Über die Dummheit

Der Theologe Dietrich Bonhoeffer hat über die Dummheit intelligent geschrieben. Wir sollten uns sein Wissen vor Augen führen um diese unsere Gesellschaft zu verstehen.

Manchmal komme nicht nur ich mir in dieser unserer Gesellschaft vor als wäre ich auf einem gefährlichen Rummelplatz. Spiel, Spass, Spannung, gutes Essen und bewusstseinserweiternde Getränke sind jederzeit erreichbar. Allerdings darf man nicht versuchen sein eigenes Karussell anzuschieben. Da bockt das Publikum allerheftigst. Man trifft in bester und freundlicher Absicht auf Personen die moralische Mauern aus seltsamen Wortschwällen errichten. Solange der rücksichtslose Monolog über die eigene schlechte Befindlichkeit in gegenseitiger Missachtung endet hinterlässt das nur einen schalen Nachgeschmack der Warnung vor dem nächsten Zusammentreffen und blanke Enttäuschung.
Wenn aber der Versuch unternommen wird dem anderen Schwäche weis zu machen um ihn heftigst übervorteilen oder zumindestens vom Karussell anschieben abhalten zu können kommt dann doch früher oder später bei Jedem die Agressivität heraus die uns die Evolution zum Erlangen von Nahrung über einen langen Zeitraum angezüchtet hat.
Letztens habe ich erfahren das ich 99 % bin: d.h. ich bin nicht der Einzige der wissen will warum das eigene Karussell nicht im unabhängigen Spassmodus laufen soll.

Der Theologe und nicht der Ökonom …

Wenn man ernsthaft im Universum des Wissens herumsucht auf der ewigen Jagd nach Antworten gebiert es dann doch manch Überraschung. Die meine war ein Theologe mit einem schlauen Aufsatz obwohl ich einen Ökonomen erwartet hatte.

Ein interessanter Text des evangelischen Theologen Dietrich Bonhoeffer über die Dummheit

Dummheit ist ein gefährlicherer Feind des Guten als Bosheit. Gegen das Böse läßt sich protestieren, es läßt sich bloßstellen, es läßt sich notfalls mit Gewalt verhindern, das Böse trägt immer den Keim der Selbstzersetzung in sich, indem es mindestens ein Unbehagen im Menschen zurückläßt. Gegen die Dummheit sind wir wehrlos. Weder mit Protesten noch durch Gewalt läßt sich hier etwas ausrichten; Gründe verfangen nicht; Tatsachen, die dem eigenen Vorurteil widersprechen, brauchen einfach nicht geglaubt zu werden – in solchen Fällen wird der Dumme sogar kritisch – , und wenn sie unausweichlich sind, können sie einfach als nichtssagende Einzelfälle beiseitegeschoben werden.
Dabei ist der Dumme im Unterschied zum Bösen restlos mit sich selbst zufrieden; ja, er wird sogar gefährlich, indem er leicht gereizt zum Angriff übergeht.
Daher ist dem Dummen gegenüber mehr Vorsicht geboten als gegenüber dem Bösen.
Niemals werden wir mehr versuchen, den Dummen durch Gründe zu überzeugen; es ist sinnlos und gefährlich.

Um zu wissen, wie wir der Dummheit beikommen können, müssen wir ihr Wesen zu verstehen versuchen.

Soviel ist sicher, daß sie nicht wesentlich ein intellektueller, sondern ein menschlicher Defekt ist.

Es gibt intellektuell außerordentlich bewegliche Menschen, die dumm sind, und intellektuell sehr Schwerfällige, die alles andere als dumm sind.

Diese Entdeckung machen wir zu unserer Überraschung anläßlich bestimmter Situationen.
Dabei gewinnt man weniger den Eindruck, daß die Dummheit ein angeborener Defekt ist, als daß unter bestimmten Umständen die Menschen dumm GEMACHT werden bzw. sich dumm machen lassen.
Wir beobachten weiterhin, daß abgeschlossen und einsam lebende Menschen diesen Defekt seltener zeigen als zur Gesellung neigende oder verurteilte Menschen und Menschengruppen.

So scheint die Dummheit vielleicht weniger ein psychologisches als ein soziologisches Problem zu sein. Sie ist eine besondere Form der Einwirkung geschichtlicher Umstände auf den Menschen, eine psychologische Begleiterscheinung bestimmter äußerer Verhältnisse.

Bei genauerem Zusehen zeigt sich, daß jede starke äußere Machtentfaltung, sei sie politischer oder religiöser Art, einen großen Teil der Menschen mit Dummheit schlägt.

Ja, es hat den Anschein, als sei das geradezu ein soziologisch-psychologisches Gesetz.


Die Macht der einen braucht die Dummheit der anderen.

Der Vorgang ist dabei nicht der, daß bestimmte – also etwa intellektuelle – Anlagen des Menschen plötzlich verkümmern oder ausfallen, sondern daß unter dem überwältigenden Eindruck der Machtentfaltung dem Menschen seine innere Selbständigkeit geraubt wird und daß dieser nun – mehr oder weniger unbewußt – darauf verzichtet, zu den sich ergebenden Lebenslagen ein eigenes Verhalten zu finden.

Daß der Dumme oft bockig ist, darf nicht darüber hinwegtäuschen, daß er nicht selbständig ist.
Man spürt es geradezu im Gespräch mit ihm, daß man es garnicht mit ihm selbst, mit ihm persönlich, sondern mit über ihn mächtig gewordenen Schlagworten, Parolen etc. zu tun hat.
Er ist in einem Banne, er ist verblendet, er ist in seinem eigenen Wesen mißbraucht, mißhandelt.
So zum willenlosen Instrument geworden, wird der Dumme auch zu allem Bösen fähig sein und zugleich unfähig, dies als Böses zu erkennen. Hier liegt die Gefahr eines diabolischen Mißbrauches, dadurch werden Menschen für immer zugrunde gerichtet werden können.

Aber es ist gerade hier auch ganz deutlich, daß nicht ein Akt der Belehrung, sondern allein ein Akt der Befreiung die Dummheit überwinden könnte …

Das Wort der Bibel, daß die Furcht Gottes der Anfang der Weisheit sei, sagt, daß die innere Befreiung des Menschen zum verantwortlichen Leben vor Gott die einzige wirkliche Überwindung der Dummheit ist.

Übrigens haben diese Gedanken über die Dummheit doch das Tröstliche für sich, daß sie ganz und garnicht zulassen, die Mehrzahl der Menschen unter allen Umständen für dumm zu halten.
Es wird wirklich darauf ankommen, ob Machthaber sich mehr von der Dummheit oder von der inneren Selbständigkeit und Klugheit der Menschen versprechen.

veröffentlicht in:

Dietrich Bonhoeffer Vitae Cursus

ausführlich bei wikipedia

quoteDietrich Bonhoeffer war ein lutherischer Theologe, profilierter Vertreter der Bekennenden Kirche und Teilnehmer am deutschen Widerstand gegen den Nationalsozialismus. Mit 24 Jahren habilitiert, wurde Bonhoeffer nach Auslandsaufenthalten …quote

Auf Wikipedia weiterlesen …

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Widerstand und Ergebung: Briefe und Aufzeichnungen aus der Haft Autor: Dietrich Bonhoeffer

Üben Politiker Macht aus oder gibt es andere Kräfte ?

Nein, das war die falsche Idee …

Jetzt könnte man ja meinen die Regierung übt Macht aus ??
Jeden Tag Film-Schnitzelchen im Fernsehen und Artikel in der Zeitung mit großen Reden und diversen Parolen.
Dazu in der Boulevard-Presse noch einige „Versuchsballons“.
Da werden die unmöglichsten Pseudo-Regeln aufgestellt und dann mal geschaut wer sich aufregt und mit Bürgerwillen die Necklichkeiten schnell ins politische Nirwana befördert.

Ist das Machtausübung ? Nein, weil der Volksmund sagt „Hunde, die bellen, beissen nicht“

Interessanter sind da schon die kleinen Veröffentlichungen, die so in etwa mit, „Der Bundesrat hat heute ein Gesetz zur … beschlossen“, beginnen.
Das Gesetz kann jeden treffen (z.B. quasi Enteignung durch ALG II).
Es wird aber von der Mehrheit schweigend akzeptiert weil es in deren Alltag nicht eingreift.

Der nächstgelegene Lebensmittel Discounter hat da schon viel mehr Einfluss.

Dort wird bestimmt was Sie zur nächsten Mittagsmahlzeit essen und welche Qualität ihre Ernährung so insgesamt hat.
Auch das Wohl und Wehe mittelständischen Wirtschaftens wird dort bestimmt.
Wenn der Discounter den Plan fasst binnen, sagen wir mal vier Wochen, 100 Fahrräder zu verkaufen dann sind das grob geschätzte 30 Tsd. EUR Umsatz von denen so ca. 12 Tsd. EUR an Deckungsbeitrag liegen bleiben. Der nächstgelegene Fahrrad-Einzelhändler Einzelkämpfer hat dann logischerweise eine ziemlich leere Kassenschublade und kann sich nur mit arbeitsaufwendigen Reparaturen und einigen Nischenprodukten finanziell über Wasser halten.
Mit zwei Paletten eigentlich nur beratungsintensiv zu verkaufender Flachbildfernseher kann man in einer kleinen Stadt auch den örtlichen EP-Fachmarkt Franchisenehmer finanziell in Bedrängnis bringen. Das, ökologisch sehr bedenkliche, Transportieren von Gemüse und Obst über mehrere hundert Kilometer mit großen LKW hat auch hier und da schon mal einen unabhängigen Bauern dazu gebracht ein mühsam gepflegtes Erdbeerfeld umzupflügen und anschließend schnöden Weizen auszusäen.

Das Ergebnis der Geschichte …

Dieser Tage wurde eine aktuelle Erhebung über das Vermögen der reichsten Deutschen veröffentlicht. Ganz vorneweg, wie immer, die Familie Albrecht, die Eigentümer von Aldi.
Einer der größten Zugewinner , mit 1 Mrd. EUR !!, ist Dieter Schwarz.
Dem wird vom Mainstream immer nur die Eigentümerschaft von Lidl zugeschrieben aber er ist auch der Eigentümer der Kaufland-Kette.
Der Zugewinn dürfte auch auf die Sozialisierung von Abgaben und Löhnen gehen.
Im Handel gibt es jede Menge 400 EUR Arbeitskräfte sowohl in den Handelsfirmen als auch bei Zulieferern und Servicefirmen. Diese Arbeitskräfte benötigen zusätzliche Einnahmen entweder aus ihrem Familienkreis oder als „Aufstocker“ aus den Sozialkassen.
So mancher Festangestellte erhält wohl den tariflichen Stundensatz aber es werden so wenig Stunden geleistet das der Monatsverdienst gerne auch mal unter der offiziellen Armutsgrenze liegt.

Ich habe Politiker noch nicht über die Verluste der Sozialkassen und über die unternehmerische Verantwortung an der deutschen Volkswirtschaft reden hören …

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